01 Halt die Zeit an

Dududu....

Halt die Zeit an, alles soll bleiben so wie es jetzt ist
Halt die Zeit an, so soll es sein, frier diesen Tag ein
Halt die Zeit an, nur nicht bewegen, nicht überlegen.
Halt die Zeit an, ich tauche ein in diesen Moment.

Ruhige Fahrt auf der Autobahn, Urlaub ist angesagt.
Wir sind fröhlich und gut gelaunt, Lebenslust erfüllt den Tag
Die Kleine singt Langstrumpf zum hundertsten Mal und zetert weil sie Pipi muss
So schaukeln wir gemeinsam in Richtung Süden, ein glücklicher singender Bus.

Halt die Zeit an, alles soll bleiben so wie es jetzt ist...

Kindergeburtstag zu deinem Fünften, sieben Zwerge toben durch das Haus
Kein Stein bleibt auf dem anderen, ein Tornado volle Kraft voraus
Abends liegst du fertig in deinem Bett ich schlaf fast schon neben dir ein
Papa, das war ein toller Tag flüsterst du mir ins Herz hinein

Halt die Zeit an, alles soll bleiben so wie es jetzt ist...

Dududu....

Abends schlafen ist nicht dein Ding, noch eine Geschichte flüsterst du
Früh am Morgen stehst du am Bett, Papa spiel mit mir lachst du mir zu
Deine Spuren fi nden sich in jedem Zimmer, dein Zeug quillt aus jedem Schrank
Hey Papa, wo wohnt ihr, wenn ich einmal groß bin? Auch dafür vielen Dank!

Halt die Zeit an, alles soll bleiben so wie es jetzt ist...
Halt die Zeit an, alles soll bleiben so wie es jetzt ist...

Dududu.... Halt die Zeit an!


02 ...desto schöner die Frauen

Ich geh in eine Bar und ich bestelle mir ein Bier
‘ne Frau kommt durch die Tür nimmt Platz gleich neben mir
Ich werf’ ihr einen Blick zu und ich denke nur hallo
die Frau ist grad so hässlich wie dem Pavian sein Po

Sie gibt mir einen Drink aus, ihre Sprache wirkt kurios
Bon soir, cheri! Und ich werd’ grad das Affenbild los
Ich trinke rasch mein Bier, nehm’ ihren Whiskey in die Hand
und ringe mich dazu durch, ich sag: Hallo, ich bin der Franz

Sie kichert wie eine Hyäne und kriegt sich nicht mehr ein
kippt ihren Whiskey Ex und ruft zum Barkeeper schenk ein
Mein Glas ist noch halbvoll, der Kellner sieht mich drohend an
ich trink es aus und widerwillig stoß ich mir ihr an.

Ein paar Gläser später denk ich mir: ist doch egal
du kriegst niemals eine Frau wartest du stets auf’s Ideal
Herr Ober nochmal zwei, da sagt das Lächeln auf ihrem Gesicht
egal was du heut’ Abend machst, alleine machst du’s nicht

In dem Moment fi nd ich ihr Lachen fast schon attraktiv
auch ihre Zähne scheinen mir längst nicht mehr so schief
Ganz gleich woran es liegen mag mit jedem neuen Drink
wird aus der Maus in grau ein Flamingo leuchtend pink

Noch ist mir die Verwandlung dieser Frau etwas suspekt
hätt ich sie unter Tags geseh’n hätt ich mich wohl versteckt
Sei’s drum ich trink aus, und ich bestelle uns noch zwei
Worauf sie bezaubernd lächelnd meint: Ein Wunsch steht dir jetzt frei.

Ich flirte mit der hübschen Frau gleich neben mir vergnügt
da kannst du sehn, dass oft der erste Eindruck dich betrügt
Wir kichern albern, lallen uns Frivoles in die Ohr’n
Sie sagt: Der Mensch ist sicher nicht zum allein schlafen gebor’n

Alkohol ist teuer denk ich mir als ich bezahl
doch ist die Frau nicht schön, hast du oft keine andre Wahl
Nach kurvenreichem Heimweg sind wir endlich bei ihr zu Haus
ich zieh gleich mit den Schuhen mir meine Hosen aus

Da kommt sie auf mich zu und meint: Ich muss dir etwas sagen!
Ich werde kreidebleich und einen Salto schlägt mein Magen
Sie sagt: Die goldne Regel: du bist weg, wenn ich erwach
denn morgens sind die meisten Männer hässlich wie die Nacht


03 4,6

Du bist 4,6 und ich zehnmal so alt wie du
deine Füße zu klein für meine Schuh
doch ich würd’ gern ein Stück in deinen geh’n
und nur einmal noch die Welt mit deinen Augen seh’n.

Du bist 1 Meter 10 und reichst mir grade bis zum Bauch
du bist nicht zu überseh’n und dafür sorgst du auch
100000 Fragen an jedem Tag
auf die ich all zu oft auch keine Antwort hab

Denn du erklärst mir die Welt und ich hör zu
das kann keine so gut, so gut wie du
siehst und hörst und riechst und schmeckst und fühlst
wenn du in Geheimnissen des Lebens wühlst
Und du erlebst unsre Welt und ich seh’ zu
Das kann keine so gut, so gut wie du
Deine kindliche Logik, fröhlich und klar
unverrückbar wie der Felsen von Gibraltar

Deine Träumerei macht mich oft verrückt
und doch bin ich der, der sagt, in Träumen liegt das Glück
deine Ruhe zu haben danach sehne ich mich
in so Vielem bist du das große Vorbild für mich

Denn du erklärst mir die Welt und ich hör zu
das kann keine so gut, so gut wie du
siehst und hörst und riechst und schmeckst und fühlst
wenn du in Geheimnissen des Lebens wühlst
Und du erlebst unsre Welt und ich seh’ zu
Das kann keine so gut, so gut wie du
Deine kindliche Logik, fröhlich und klar
unverrückbar wie der Felsen von Gibraltar


04 Alles soll bleiben

Alles soll bleiben wie es ist
und doch hätt’ ich gern einmal Amerika geseh’n
Alles soll bleiben wie es ist
nur möcht’ ich einmal auf dem Everest steh’n
Alles soll bleiben wie es ist
und nur ein großer Egoist
lebt seine eignen Träume aus
Alles soll bleiben wie es ist
und wenn du mich nur einmal küsst
kehr ich zurück in unser Kartenhaus

Alles soll bleiben wie es ist
und irgendwann fang ich Klavier spielen an
Alles soll bleiben wie es ist
auch Fliegen versuche ich irgendwann
Alles soll bleiben wie es ist
jede Entscheidung die du triffst
könnte verändern wie es ist
Alles soll bleiben wie es ist
und da du nichts so sehr vermisst
willst du nicht ändern wer du selber bist

Halt deine Träume fest im Schrank versperrt
Mit den Scheren der Vernunft kapp ihre Flügel
Dein So-wie-jeder-Leben ist die Veränderung nicht wert
Du spürst sie nicht die straffen Zügel

Alles soll bleiben wie es ist
und nur ein großer Egoist
lebt seine eignen Träume aus
Alles soll bleiben wie es ist
und wenn du mich nur einmal küsst
kehr ich zurück in unser Kartenhaus


05 Auf! Auf!

Drei Schiffe sie entschwinden fern am Horizont
der Wind bläht ihre Segel ungewiss ob die Reise lohnt
voll bis obenhin beladen gutes Wetter ist angesagt
ihr Auftrag, ihre Bestimmung wurde nie zuvor gewagt
Der Kapitän kennt den Kurs, so gibt er zumindest vor
und sein Aufruf an die Mannschaft klingt allen noch im Ohr

Auf! Auf! Zu neuen Ufern. Auf! Auf! Für Ehre und Gold!
Auf! Auf! Zu neuen Ufern bis uns der Klabautermann holt!
Auf! Auf! Ihr Matrosen. Auf! Auf! Für Ehre und Gold!
Auf! Auf! Zu neuen Ufern bis uns der Klabautermann holt!

Die Männer, die Matrosen sind die besten die man fand
Wochenlang segeln sie gen Osten, ohne das kleinste Zeichen
von Land Gold und Schätze sind versprochen und Sklaven für jeden Mann
Diese Aussicht auf Entlohnung treibt sie alle an
Doch mit jedem neuen Tag wächst die Angst und wächst die Wut
Und ein letztes Mal gelingt es Kolumbus, er macht allen noch einmal Mut

Auf! Auf! Zu neuen Ufern...

Tage später meutern sie entschlossen und stellen den Kapitän
Sie fordern mit klaren Worten endlich umzudreh’n
Da fällt ein Schatten auf das Deck, als ein Vogel das Schiff überfliegt
Ein jeder weiß dass es Vögel nur in der Nähe des Landes gibt
Dieser Funke Hoffnung bringt erneut die Mannschaft ins Gleichgewicht
Sie halten durch bis eines Nachts tatsächlich der Ruf ertönt: Land in Sicht!

Auf! Auf! Zu neuen Ufern...

Deine Träume, sie entschwinden fern am Horizont
In der Flaute festgefahren ungewiss, ob ein Neuanfang lohnt
Noch mit Zweifeln voll beladen spürst du Wind kommt langsam auf
Bläht schon leicht deine Segel, dann nimmt alles seinen Lauf
Keiner kennt genau den Kurs, doch ein Zurück gibt es nicht mehr
Und verwundert die Köpfe schüttelnd sehn die Zweifler dir hinterher

Auf! Auf! Zu neuen Ufern. Auf! Auf! Für Ehre und Gold!

Auf! Auf! Zu neuen Ufern bis uns der Klabautermann holt!
Auf! Auf! Zu neuen Ufern. Auf! Auf! Für Ehre und Gold!
Auf! Auf! Zu neuen Ufern bis uns der Klabautermann holt!


06 Bergauf

Es geht wieder bergauf ganz langsam Schritt für Schritt
Fass wieder sich’ren Tritt nehm nichts als meine Lieder mit
Es geht wieder hinauf zum rauhen Gipfelwind
Denn nur wer wagt gewinnt
Es ist der Weg und nicht das Ziel mit dem man ringt

Tage, Wochen, beinah Jahre hab ich nichts geschafft
Zusammen reißen, fallen lassen, wieder aufgerafft
Lethargie und Depression, im Tunnel fern ein Licht
doch egal wie schnell ich laufe, ich erreich’ es nicht
Auch Münchhausen griff den eignen Zopf
Zog wie wild an seinem Schopf
Zentimeterweise kam er frei
und war wieder mit dabei

Es geht wieder bergauf...

Ideenlos im Labyrinth kein Weg scheint für dich frei
Angelangt am Ausgangspunkt nach all der Schinderei
Wieder los mit aller Kraft den selben Pfad entlang
Lausche an den Wänden – tönt von ferne nicht Gesang?
Eine Melodie durchbricht den Bann
Bringt mich ungeahnt voran
Zentimeterweise werd’ ich frei
und bin wieder mit dabei

Es geht wieder bergauf...


07 Gib mir Musik

Jeder Tag ist okay, ob Sonne, Regen oder Schnee
wenn ein Lied erklingt, das dich in Schwingung bringt
Jeder Tag ist perfekt, wenn Musik in ihm steckt
Ein paar Töne, ein Text bis du dem Alltag entschwebst

Gib mir Musik. Fröhlich sein, tanzen oder weinen vor Glück
Gib mir Musik. Mag sie up-to-date sein oder uralt antik
Gib mir Musik. Bässe, Groove, Gitarren, Stimmenmosaik
Gib mir Musik. Es zählt allein der Augenblick

Schon der allererste Ton trägt dich auf und davon
Mit dem ersten Akkord fliegst du himmelwärts fort
Und eine Stimme erzählt von irgendwo auf der Welt
Ein Lied fängt dich ein, trittst in die Umlaufbahn ein

Gib mir Musik...


08 Hebt euer Glas

Hebt euer Glas auf den, der lächelnd durch sein Leben geht
der trotz der kleinen Alltagssorgen froh im Leben steht
der zufrieden ist und jeden Tag als ein Geschenk versteht
Hebt das Glas auf den, der froh durchs Leben geht

Hebt euer Glas auf den, der jedem andren offne Ohren leiht
der die Ruhe hat um zu zu hören in dieser schnellen Zeit
der sich interessiert für euch und sei’s nur eine Kleinigkeit
Hebt das Glas auf den, der zuhört von Zeit zu Zeit

Hebt euer Glas auf den, der anpackt brauchst du eine starke Hand
der da ist, wenn kein andrer da ist ohne Lohn und Pfand
Der dich nicht im Regen stehen lässt am Straßenrand
Hebt das Glas auf jeden Helfer hier im Land

Hebt euer Glas auf den, der Menschen und besondersKinder mag
der fröhlich auf den andern zugeht an jedem neuen Tag
der Zuversicht verbreitet, als gäb’s keinen Ruhetag
Hebt das Glas auf den, der unsre Kinder mag
Hebt euer Glas auf den, der unsre Kinder mag


09 Ich will

Schon kleinen Kindern sagt man: Sag niemals „Ich will“
Man sagt freundlich “Bitte“ und dann „Danke“ und ist still
Nur ich kann das nicht, denn es gibt einfach Sie
und seither ist klar für mich wie nie

Ich will, dass Sie will, dass ich Sie will
Ich will, dass Sie will, dass ich Sie will
Ich will, dass Sie will, dass ich Sie will
Ich will einfach nur, dass Sie will, dass ich Sie will

Immer wenn ich sie sehe, dann wird mir klar
ich will diese Frau vom Fuß bis zum Haar
und wenn sie mich will, dann ist das Stufe zwei
und doch arbeit’ ich stets an Stufe drei

Ich will, dass Sie will, dass ich Sie will
Ich will, dass Sie will, dass ich Sie will
Ich will, dass Sie will, dass ich Sie will
Ich will einfach nur, dass Sie will, dass ich Sie will

Und Willi ist willenlos, wenn Wilma das will
und will Wilma Willi, dann ist Willi glücklich still
doch will Wilma nicht, wenn Willi will
dann will Willi offenbar zu viel

Willi will, dass Wilma will, dass er sie will
Willi will, dass Wilma will, dass er sie will
Willi will, dass Wilma will, dass er sie will
Willi will einfach, dass Wilma will,
dass er sie will


10 Immer weiter

Als du endlich in meinen Armen lagst warn wir zwei neu gebor’n
ich habe mich in deiner Winzigkeit im selben Augenblick verlor’n
Die Neugier in deinem Blick und die Zufriedenheit
wenn du warm und satt bei Mama lagst war ozeanweit
Seit dem Tag rast unser Leben an mir vorbei
Und eins-zwei-drei warst du schon eins-zwei-drei

1-2-3-4-5-6 Ringelreih
Wie ein Komet fliegt die Zeit an uns vorbei
1-2-3-4-5-6 Mickey Maus
Du gehst immer einen Schritt voraus

Erst mal sitzen, krabbeln, steh’n und schon dein erster Schritt
Erst mal Laufrad, Roller, Fahrrad, erster Ponyritt
Dein erstes Wort, dein erstes Bild, Geschichten die du erzählst,
heute liest du fast schon Papa vor, sodass er friedlich einschläft
Großes Mädchen unsre Welt wartet auf dich
Geh auf sie zu mit einem Lächeln im Gesicht

1-2-3-4-5-6 Ringelreih
Wie ein Komet fliegt die Zeit an uns vorbei
1-2-3-4-5-6 Kokosnuss
ein Königreich für einen Kinderkuss

Wie ein IC flitzt du durch uns’re Welt,
ich hoff’ deine Weichen sind richtig gestellt
Was haben wir alles in der Zeit erlebt
Sind seither auf den Flügeln uns’rer Liebe geschwebt

1-2-3-4-5-6 Ringelreih, wie ein Komet fliegt die Zeit an uns vorbei
1-2-3-4-5-6 Mickey Maus, du gehst immer einen Schritt voraus
1-2-3-4-5-6 Blinde Kuh, keiner rockt sein Leben so wie du
1-2-3-4-5-6 Kokosnuss, ein Königreich für einen Kinderkuss
1-2-3-4-5-6 und versteckt, was ich nicht seh’ hast du schon längst entdeckt
1-2-3-4-5-6 fang mich ein, und nichts erscheint mehr gut machst du’s allein


11 Keine Garantie

Hast dir jeden Cent vom Munde abgespart für eine sorgenfreie Pension
hast genau geplant auf deinem Lebens-Chart für dein Leben nach der Endstation
Hast deine Sehnsucht nach Ruhe und Zeit hartnäckig ignoriert
Hast dich aufgerieben für Arbeit und für Geld, die Lebensenergie ist aufgebraucht
Endlich den Ruhestand erreicht bist du jetzt zwar krank aber reich

Das Leben gibt keine Garantie
es nützt nicht die beste Strategie
was bleibt ist die pure Theorie
denn nach deiner eigenen Regie tanzt das Leben nie

Hast gesund gelebt, so hast du geglaubt, in Tabellen Kalorien gezählt
hast dir eigentlich keinen Ausreißer erlaubt und wenn, dann hast du dich dafür gequält
Hast dir berechnet wie gesund du bist Bio, Trennkost, Vollwert, vegan
Hast dein Sportprogramm lückenlos geplant Fitnessstudio, Tennis, Joggen, Rad
Alles ins Kleinste durchgeplant vergeblich zum Workout gerannt

Das Leben gibt keine Garantie...

Hast dir deine Zeit für später aufgespart, Zeit für Enkel, Zeit für Tochter, Sohn
Zeit für deine Hobbies, die du noch nicht hast, Zeit für Sie für dich, verdienter Lohn.
Einzig das Leben hat nicht mitgespielt, jetzt geht dein Plan nicht auf

Das Leben gibt keine Garantie...


12 Der alte Liedersänger

Unten am Bahnhof sitzt er fast jeden Tag
keiner weiß ob er überhaupt ein Zuhause hat
und keiner kennt seinen Namen, keiner weiß woher
er kommt und wohin er irgendwann vielleicht mal geht
Er sucht nicht Ehre, Ruhm, noch den Reichtum dieser
Welt er hat es abgesehen auf der Passanten ihr
kleines Geld und ein Lächeln dass der ein oder
andere darüber hinaus noch für ihn übrig hat

Der alte Liedersänger trifft bei weitem nicht jeden Ton
aber Geheimnis und Zufriedenheit vermittelt er schon
wenn du von weitem auf ihn zugehst und die Melodie
erklingt wenn er ganz ohne Worte seine Lieder spielt und singt

Sein Repertoire ist nach fünf Liedern schon vorbei
er spielt sie ausgiebig und eigen, lässt sich
endlos Zeit dabei doch heute hat es jeder eilig,
und da jeder sich an allem stört passiert es
selten, dass jemand ihm lange zuhört

Seine schäbige Kleidung ist nicht zufällig gewählt
sie gehört zu seiner Rolle ist bequem und das was zählt
sind ein paar Stunden für sich ohne wichtig zu sein
wenn er versunken in sich da sitzt sieht keiner in ihn rein

Die Gitarre hat er sich im Internet bestellt
Suchbegriff „alte Gitarre“ hat er ausgewählt.
Ein paar Akkorde hat er von früher noch gekannt
hat sich ohne Üben hingesetzt mit unsicherer Hand

Das Kopfschütteln der Leute hat er einfach reserviert
ignoriert hat seine Finger und sein Instrument
ausprobiert die Leute mit einem der gar nichts kann
konfrontiert. Schimpf und Tadel haben ihn amüsiert motiviert

Wenn er sich nach seinem Auftritt eine Pizza bestellt
und sie bezahlt mit dem Kleingeld, das den Leuten
nicht fehlt ist jede Art von Luxus für ihn absolut tabu
einzig trinkt er zufrieden sein Achtel Rotschild dazu

Eine Limousine parkt am Morgen vor seinem Haus
er macht sich auf den Weg, sie rollen die lange Ausfahrt
raus am Flughafen wartet der Privatjet schon
die Stewardess begrüßt ihn mit respektvoll freundlichem Ton

Er ist der Spezialist weltweit für unlösbare Fälle
erst wenn gar nichts mehr geht wird er gerufen und
auf der Stelle vollbringt er kleine Wunder bis Perpetuum
sich wieder dreht und woanders ein andres wichtiges Rädchen still steht

Alle buckeln unterwürfig hofiern scharwenzelnd um
in herum wenn er will, dann blättert man für ihn die
Zeitung um. Sein Designeranzug allein kostet ein
Jahresgehalt eines Normalbürgers und seiner wird von der Firma bezahlt

Als Liedersänger trifft er bei weitem nicht jeden Ton
ist kein Talent schon gar kein Musiker, aber wen interessiert das schon
er spielt ausgiebig und eigen am Bahnhof der Stadt
bis er seine Pizza und sein Glas Wein beisammen hat


13 Mit dir gehn

Ein Lächeln in der Menge
war der Anfang meines Lebens mit der Frau für mich
Im Großstadtgedränge
hatte keine außer dir so mein ich Augen für mich
Das ist ’ne Weile her
aber nie einen Tag wollt ich ohne dich sein
Und ich kann nur immer sagen
was du damals schon gehört hast und was
ich heute noch so mein

Ich werd’ mit dir gehn, egal wo das hinführt
Ich werd’ mit dir gehn, über Gibraltar hinaus
Ich werd’ auf dich stehn, auch wenn du grau und alt wirst
Ich werd’ mit dir gehn auf jedem deiner Wege bis nach Haus

Mein Leuchtturm in der Nacht
der mich sicher leitet auf meinem Weg
Der Anker meines Schiffes
der den Halt mir gibt auch bei stürmischer See

Ich werd’ mit dir gehn, egal wo das hinführt
Ich werd’ mit dir gehn, über Gibraltar hinaus
Ich werd’ auf dich stehn, auch wenn du grau und alt wirst
Ich werd’ mit dir gehn auf jedem deiner Wege bis nach Haus

Ich werd’ mit dir gehn, egal wo das hinführt
Ich werd’ mit dir gehn, über Gibraltar hinaus
Wenn die Stürme wehn bin ich dein Fels in der Brandung
Ich werd’ mit dir gehn auf jedem deiner Wege bis nach Haus


14 Sicher nicht

Nie vor irgendwem verkrochen
Nie vor irgendwem versteckt
Nie etwas schön-gesprochen
oder irgendwem die Stiefel geleckt
Selten meinen Weg verlassen
nie auf fremde Lorbeeren erpicht
Und auch heute fang’ ich damit nicht an,
sicher nicht.

Ich bin vielleicht falsch geeicht
und hätte anders mehr erreicht
Wer die Segel streicht wandert seicht
und tut sich oft leicht
Und ich weiß vielleicht hat der der schleicht
am Ende auch sein Ziel erreicht
Doch wer vergleicht sagt sich gleich: Nur
vielleicht

Immer wieder neue Wege
immer wieder neuer Mut
Gegen Einheitsbrei und Regel
eigenwillig, stur, absolut
Auch den falschen Schulterklopfern
kehr ich längst den Rücken zu
mich kriegt ihr nicht, sucht euch nen
Anderen – lasst mich in Ruh

Ich bin vielleicht falsch geeicht
und hätte anders mehr erreicht
Wer die Segel streicht wandert seicht
und tut sich oft leicht
Und ich weiß vielleicht hat der der schleicht
am Ende auch sein Ziel erreicht
Doch wer vergleicht sagt sich gleich: Nur
vielleicht

Ich bin vielleicht falsch geeicht
und hätte anders mehr erreicht
Doch darauf bin ich nicht erpicht, sicher nicht!